Vektorbild eines Fussballfeldes mit einem Ping-Pong-Tisch, einem Kasten Bier und einer Bratwurst.

So gross wie…

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 7. Juli 2026

Egal ob Tomatenplantage oder Teslafabrik, wenn Medien veranschaulichen wollen, wie gross etwas ist, nutzen sie dazu gern das Fussballfeld. Ein Vergleich, der mich zuverlässig ins Abseits stellt, weil ich a) nicht weiss, wie gross ein Fussballfeld ist (7140 Quadratmeter – ich musste googeln) und b) lieber Ping-Pong spiele, weshalb ich Ping-Pong-Tische (4,18 m2) für die viel intuitivere Vergleichsgrösse halte. Nur ein Beispiel: Auf einem Fussballfeld haben 1708 Ping-Pong-Tische Platz. Das tönt beeindruckend, ist aber völlig unpraktisch, weil man dann weder Ping-Pong noch Fussball spielen kann. Und der Rasen serbelt auch.

Falls Sie Sofasportler sind, wäre der fassbarere Grössenvergleich für Sie vielleicht eine Harasse Cardinal. Die hat eine Grundfläche von 0,12 m2. Auf ein Fussballfeld passen also 59’500 Harassen. Der positive Nebeneffekt: Vor lauter kleinen Flaschen auf dem Rasen fallen die grossen gar nicht mehr auf.

Alles andere als Flaschen waren die Spieler aus Kap Verde. Der Inselstaat ist 4033 Quadratkilometer klein, das entspricht – ich hab’s auf einem Bierdeckel ausgerechnet – 960 Millionen Ping-Pong-Tischen. Oder 564’800 Fussballplätzen. Oder einem Fussballplatz und 33,6 Milliarden Cardinal-Bierkästen – was wie das Rezept für eine rauschende WM-Party tönt. Es sei denn, die Schotten reisen an. Dann sind die 806 Milliarden Flaschen schon in der ersten Hydrationspause gesoffen und die Schotten so breit wie drei Ping-Pong-Tisch lang.

Riesengross wäre dann die Nachfrage nach Toi-Toi-Häuschen, von denen übrigens bei dichter Stuhlung 5288 auf ein Fussballfeld passen. Senkrecht aufgestellt, aber das versteht sich von selbst, umgekippt sind Toi-Tois einfach ein Seich.

Fun Fact: Haben Sie gewusst, dass ein Fussballfeld genauso lang ist wie 665 aneinandergereihte St. Galler Bratwürste? Wichtig: Es müssen St. Galler sein, dann dürfen nämlich die SRF-Moderatoren ihren Senf nicht dazu geben, was jedes Spiel gleich sehr viel bekömmlicher macht. Übrigens: Fussballfeld und Würstchen sind auch die offiziellen Vergleichseinheiten, um Ego und menschliche Grösse des US-WM-Gastgebers zu veranschaulichen.

Was mich noch interessieren würde:  Wie lange brauchen sechs norwegische Fans, um auf einem Ping-Pong-Tisch von Oslo nach Kap Verde an die WM zu rudern? Reicht das Bier, wenn sie zu jeder St. Galler Bratwurst kommentarlos zwei Cardinal kippen? Und wie viele Fussballfelder gross ist ihre Enttäuschung, wenn kein einziges umgekipptes Toi-Toi an ihnen vorbeischwimmt?

Bild generiert mit ChatGPT

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