Aha-Moment

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 17. Januar 2022

«Du, Schatz, ich muss dir was sagen.»
«Aha.»
«Was aha?»
«Was, was aha? Ich habe einfach aha gesagt.»

«Aha.»
«Was aha? Du hast «Du, Schatz» gesagt, und ich habe nur aha gesagt.»
«Aha, nur aha. Mehr fällt dir also nicht ein zu mir als aha?»
«Doch, mir fällt sogar ganz viel zu dir ein.»

«A-ha!!»
«Nichts a-ha!! Einfach aha habe ich gesagt, ganz ohne a-ha!! Du verdrehst einem auch jedes Wort im Mund.»
«Aha! Und was hast du denn mit deinem Aha gemeint?»
«Mein Gott, was soll ich denn mit Aha schon gemeint haben?»
«Das möchte ich eben von dir wissen! Vielleicht aaa-ha? Oder a-haa? Oder vielleicht sogar haha?»

«Haha?»
«Aha, haha also. Findest du das etwa witzig, wie es läuft mit uns beiden?»
«Nicht haha. Aha habe ich gesagt. Aha. Aha. Aha.»
«A-ha.»
«Was a-ha?»

«Merkst du eigentlich, dass du ständig aha-st?»
«Ich aha-e?»
«Du aha-st. Statt mir richtig zuzuhören, aha-st du nur.»
«Aha.»
«Sagt auch A.H.»
«Aha?»
«A.H. Armin Heuberger. Mein Therapeut.»
«A-ha…»

«Und einsilbig bist du obendrein. Sagt er auch.»
«A.H.! A.H.!! Rutsch mir doch den Buckel runter mit deinem A.H.»
«Mein aha? Das Problem hier ist doch wohl eher dein aha.»
«Aha? Wer reitet denn die ganze Zeit auf dem aha herum?»
«Diese Unterstellung verbiete ich mir! Das mit A.H. mache ich doch nur, weil du das mit dem aha angefangen hast.»
«Ich habe doch nichts mit deinem Therapeuten angefangen!»
«Ich meine dein aha, nicht mein A.H.»

«Aha.»
«Du aha-st schon wieder.»
«Jetzt fang nicht schon wieder diesem blöden aha an.»
«Du hast als erster aha-t.»
«Aber doch nur, weil du «mein Schatz, ich muss dir was sagen» gesagt hast. Da wollte ich dir mit meinem Aha signalisieren, dass ich ganz Ohr bin.»
«Aha?»
«Aha!»
«Aha…»

«Was wolltest du mir denn eigentlich sagen?»
«Das habe ich vor lauter aha jetzt glatt vergessen.»
«Aha.»

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