«Flou-Flou für den Weltfrieden» – das Kolumnenbuch

Manche Bücher wären besser Bäume geblieben. Aber dieses hier liegt mir am Herzen. «Flou-Flou für den Weltfrieden» heisst es und schenkt 60 von meinen fast 100 Kolumnen, die ich in den letzten drei Jahren für die «Freiburger Nachrichten» geschrieben habe, ein zweites Leben. Hoffentlich nicht nur als Staubfänger im Bücherregal.

Deshalb – entgegen meinen vielen konsumkritischen Kolumnen – meine bescheidene Bitte an euch, liebe Leserinnen und Leser: Kaufen.

Merci.

Abonnenten der «Freiburger Nachrichten» bekommen das Buch für 18 Franken hier. Nichtabonnenten bezahlen 24 Franken oder kaufen es für 18 Franken bei mir.

Die «Freiburger Nachrichten» haben übrigens am 14. Dezember netterweise eine grosse Geschichte über das Buch und mich gemacht. Hier kann man sie nachlesen.

 

 

Macht hoch die Tür

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 29. November 2017

Langsam komme ich in ein Alter, wo ich jeden dritten Satz mit «Früher war …» beginne. Das nervt mich selber, aber heute muss es sein. Früher war vieles einfacher. Zum Beispiel das mit dem Adventskalender. Es gab zwei Sorten: die mit Bildli und die mit Schoggi. Wenn man grosses Glück, also wirklich ganz grosses Glück hatte, bekam man beide geschenkt: den Bildlikalender von den Eltern und den Schoggikalender vom Grosi. Und man liebte beide – die Bildli und die Schoggi, die Eltern und das Grosi. Das Grosi aber ein bisschen mehr. Weiterlesen

Zahn um Zahn

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 27. November 2017

Ich gehe nicht zur Beichte. Ich gehe zur Dentalhygienikerin. Die bohrt hartnäckiger nach als der strengste Pfarrer, und im Gegensatz zur katholischen Kirche stehen bei ihr die Folterwerkzeuge der Inquisition noch in Ehren und täglichem Gebrauch.

Mani Matter packte ein metaphysisches Gruseln im Coiffeurstuhl, für mich ist der Termin bei der Dentalhygienikerin ein Nahtoderlebnis. Reglos liege ich auf dem Schragen, schläfrig-benommen von der Wärme, ein helles Licht über mir blendet mich, und ohne meine Brille erkenne ich nur schemenhafte Gestalten, die sich engelsgleich über mich beugen. «Ich bin noch nicht so weit», will ich rufen, aber schon hängt mir die eine Gestalt ein fies schnorchelndes Schläuchlein in den Mund, das mit der Spucke auch den letzten Rest Würde aus mir raussaugt. Die zweite Gestalt äugt mit einem Spieglein in meinen weit aufgesperrten Mund. Und dann ertönt die gefürchtete Frage: «Benutzen Sie die Zahnseide regelmässig?» Weiterlesen

Die Arschloch-Opfer-Masche der Rechten

Wie wird die Rechte stark? Durch Provokationen und Gejammer, sagen Per Leo, Maximilian Steinbeis und Daniel-Pascal Zorn in ihrem Buch «Mit Rechten reden». Dagegen helfe – eben, mit Rechten reden: sachlich, streitlustig, aber ohne Moralkeule.

«Sie sind da»: So titelte das deutsche Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» nach der Bundestagswahl, aus der die AfD als grosse Gewinnerin hervorgegangen war. Ja, sie sind da, die Rechten und Rechtspopulisten, angekommen in den Parlamenten, den Regierungen, der Mitte der Gesellschaft – und längst nicht nur in Deutschland. Und so schnell gehen die auch nicht wieder weg. Über die Rechten ist viel geredet worden, aber darf man auch mit den Rechten reden?

Ja, sagen der Historiker Per Leo, der Jurist Maximilian Steinbeis und der Philosoph Daniel-Pascal Zorn in ihrem klugen und anregenden Leitfaden «Mit Rechten reden». Denn der linke Reflex, die Rechten entweder systematisch zu zensieren und ihnen das Reden verbieten zu wollen oder sie von oben herab zu belehren, sei kontraproduktiv. Der Auseinandersetzung mit den Rechten dürfe man im Gegenteil nicht aus dem Weg gehen. «Demokratie ist kein Salon», ist das Autorentrio überzeugt. «Die Republik lebt vom Streit, von Rede und Gegenrede, nicht nur von Bekenntnissen und moralischer Zensur.»

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Von der Flocke bis zur Pfütze

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 15. November 2017

Schneemänner sind wie Olympische Winterspiele – nicht sehr nachhaltig. Dennoch können wir von den Schneemännern ein paar wichtige Lektionen fürs Leben lernen. Zum Beispiel: Sport ist Mord. Schwitzen tödlich. Dicke leben länger. Das sind doch mal positive Nachrichten, meine Damen und Herren. Auch punkto Mut sind uns die Schneemänner eine Rüeblinasenlänge voraus: Die hauen nämlich nicht gleich ab, wenn sie kalte Füsse kriegen. Und sie beweisen allen Hitzköpfen, dass man es weiterbringt, wenn man einen kühlen Kopf bewahrt. Schneemänner kann man übrigens auch nicht kaltmachen. Höchstens liquidieren. Aber das nur nebenbei. Weiterlesen

Neuer Wein in alten Bäuchen

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 26. Oktober 2017

Der Herbst gilt als Zwischen­saison, eingequetscht zwischen dem Sommer und dem Winter. Aber so ein Pressing bringt ja die besten Sachen zutage. Zum Beispiel den Sauser. Ein Getränk, das den Mut hat, so zu heissen, wie das Geräusch, das es macht, wenn es den Körper wieder verlässt. Und natürlich gibts jetzt auch wieder den Beaujolais nouveau, den vor allem ältere Gaumen zu schätzen wissen. Neuer Wein in alten Bäuchen, sozusagen. Übrigens, haben Sie gewusst, dass viele Winzer an einer Weinleseschwäche leiden? Der Dysoechslexie. Weiterlesen

Letzte Fragen

Über das Sterben spricht man nicht gerne. Aber wir alle sind dem Tod eine Antwort schuldig. Früher oder später. Höchste Zeit für ein paar unangenehme Fragen. Weiterlesen

Beitrag im Blog von «Aufbruch», der unabhängigen Zeitschrift für Religion und Gesellschaft, 1. November 2017

Ein bescheidener Vorschlag zur Rettung der AHV

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 4. Oktober 2017

Nach dem Scheitern der AHV-Reform muss die Wahrheit jetzt einfach mal auf den Tisch, meine Damen und Herren, auch wenn sie unpopulär ist: Langfristig lässt sich die AHV nur retten, wenn wir alle wieder früher sterben. Weiterlesen

Pilzsaison

«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 2. Oktober 2017

«Es ist Herbst», trompeten die Bovisten durch den Wald, dass dem Täubling die Judasohren wackeln. Tief im dunklen Tann, wo der Satanspilz und der Hexenröhrling um Mitternacht ihre Knollen blättern, stapft der Fransige Wulstling durchs Unterholz, um seine schändliche Lust zu stillen an einem unschuldigen Scheidenstreifling oder einer Weissen Trüffel. Doch die alte Stinkmorchel findet nur einen Grünstieligen Zärtling. «Gut, dass ich ein Stäubender Zwitterling bin, ich Glückspilz», denkt der wüste Wulstling. «Oh, du Büscheliges Hängeröhrchen, oh du Braunes Pustelkeulchen, oh du mein Leuchtender Prachtbecherling», säuselt er und macht ganz poetisch einen auf Schillerporling, «oh, du mein Muscheling – willst du mal meinen Wolligen Milchling sehen?» Weiterlesen

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«Übrigens» in den «Freiburger Nachrichten» vom 30. September 2017

Vor kurzem wurde ich 40. Darum lasse ich mich jetzt umschulen. Damit ich auch die verbleibenden 35 Jahre bis zur Pension noch fit bleibe für den Arbeitssklavenmarkt. Ich lerne jetzt Roboter. Mit Diplomabschluss. Man muss eben mit der Zeit gehen. Es heisst ja immer, die Roboter würden künftig die Hälfte unserer Jobs wegnehmen. Dagegen kann man wohl nichts machen – aber man kann auf der richtigen Seite stehen. Deshalb werde ich jetzt eben Roboter. Und ich hab Talent. Weiterlesen